Mittwoch, 10. März 2010

Karlsruhe: Kontra-LAN?

26. Mai 2009 | Von Fabian | Kategorie: Bemerkt, Einmischen, Zitronen

Nun ist es amtlich:

Die für den 5. Juni in Karlsruhe geplante Intel Fridy Night der “Bundesliga für Computerspiele” wird nicht stattfinden. In einer Mitteilung des Veranstalters Turtle Entertainment heißt es, er habe sich mit Oberbürgermeister Heinz Fenrich (CDU), der sich für den Wettbewerb eingesetzt hatte, “darauf verständigt, von unserem Vertragsrecht Abstand zu nehmen und die Veranstaltung abzusagen”. Damit kommt Turtle Entertainment einem möglichen Beschluss einer für heute Nachmittag angesetzten Sondersitzung des Gemeinderats zuvor. Auf dieser wollte die Karlsruher CDU ein Verbot des Computerspiele-Wettbewerbs fordern.

Quelle: heise.de newsticker » vollständiger Artikel

Da fass ich mir doch an den Kopf und SCHREIE mal ganz laut! Missbrauchsopfer werden für Internetsperren missbraucht, harmlose Paintballspieler werden als Killer hingestellt und Computerspiele werden für Amokläufe verantwortlich gemacht. Wo soll das noch hinführen? Wer sind diese “Politiker”, dass sie keine einzige sachliche Diskussion zu Stande bringen? Es gibt keinen begründeten Verdacht, dass PC-Spiele zu Gewalt führen. Und schon gar nicht kann man verallgemeinern, dass PC-Spiele Auslöser von Amokläufen sein können. Es gibt Millionen(!!) von Menschen, die jeden Tag mehrere Stunden täglich mit so bezeichneten “Killer”- oder “Mordsimulationsspielen” verbringen. Und wieviele Amokläufer gibt es? Soll der Karlsruher Bürgermeister doch mal zwei Zebrastreifen durch Ampeln ersetzen oder 2-3 Blitzkästen vor gefährlichen Kreuzungen aufstellen. Damit würde er in den kommenden fünf Jahren sicher mehr Menschenleben retten, als er Amoklaufopfer durch das Verbot von Egoshootern und Paintball verhindern würde.

Liebe Politiker, konzentriert eure Ressourcen auf Themen, die von Belang sind und WIRKLICH etwas verändern, statt weiterhin diese emotionale Wahlkampfschiene zu fahren. Das ist doch blanker Egoismus und zeugt nur von Verlangen nach Aufmerksamkeit. Aber nicht nach Verbesserung. Reicht es nicht, dass die BILD-Zeitung nur das druckt, was die meisten ihrer wenig gebildeten Leser hören wollen? Verkauft sich ja schließlich so auch am besten.

Und mal ehrlich: Die Spiele mögen FSK 18 sein. Na und? Ich bin über 18, ich darf sie spielen. Niemand unter 18 Jahren wird auf einer offiziellen LAN-Party ab 18 Jahren freigegebene Spiele spielen dürfen, wenn er dieses Kriterium nicht erfüllt. Ist es also nicht mehr Recht, sich nach geltendem Recht zu verhalten? Nein, versuchen wir lieber in die Rechte unserer Bürger einzugreifen, um den Massen vorzugaukeln, hier würde etwas passieren? Heute scheißen wir also aufs Grundgesetz. Und morgen?!

Mich widert es allmählich echt an!

2 Kommentare auf "Karlsruhe: Kontra-LAN?"

  1. Fabian sagt:

    Achja, weil der TItel sonst keinen Sinn ergibt: Ich hätte echt Lust, für Juni eine Kontra-LAN zu organisieren. Einfach so aus Prinzip. Früher haben wir öfter mal LANs in der Größenordnung von 350-400 Leuten organisiert. Aber ich fürchte, dafür ist heute keine Zeit mehr. Dennoch: Ich hoffe, jemand tut’s! Für unser Recht, legale PC-Spiele auch gemeinsam spielen zu dürfen! Und für das Recht, anschließend nicht Amok laufen zu müssen!

  2. h!rNl0s sagt:

    Hmmm… ich glaub der Bürgermeister hatte nicht so die auswahl. Grundsätzlich war er glaub ich noch für die Spiele. Seine Partei hat ihn aber mehr oder weniger gezwungen… hab ich jedenfalls so verstanden.

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